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Die Chronik

Die Wartburg – Krone eines gut zweihundert Meter hohen Felsens über der Stadt Eisenach – im nebelhaften Grau mittelalterlicher Ränke wurde sie zur wehrhaften Festung, zur prächtigen Residenz, zur burglichen Herberge – zu einem Ort der Einkehr und Geborgenheit. Stürme und Stille verflossener Jahrhunderte, große Geschichte und kleine Geschichten woben um die alten verwitterten Gemäuer eine Aura, der sich ein Kind unserer Zeit nicht zu entziehen vermag. Fast möchte man meinen, auf diesem Berg sei immer auf-, um- und abgebaut worden, und jede Generation seit fast tausend Jahren habe das ihrige dazu beigetragen. Gewiss, andere Zeiten, andere Erfordernisse. Vor 200 Jahren noch hatte es so ausgesehen, als sei die altersschwache Wartburg bald am Ende alles Vergänglichen angekommen. Dass sie aber ausgangs des vorigen Jahrhunderts gleich dem Phoenix wiedererstanden war, verdankt sie dem regen Interesse ihres damaligen Eigentümers, Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach und ihres Architekten, des Giessener Professors Hugo von Ritgen. Restauriert, ergänzt, schöner denn je, weckte die Wartburg wiederum reges, diesmal touristisches Interesse. Darauf glaubte man sich zwar mit dem Bau eines Gasthofes eingerichtet zu haben. Das jedoch so viele Gäste kamen und ihre Zahl ständig wuchs, ließ aus der Weitsicht bald Einsicht werden: Es bedurfte eines geräumigen Neubaus. Damit sich auch dieser jüngste Spross seiner unmittelbaren Wartburgverwandtschaft würdig erweise, betraute man den Berliner Architekten und bekannten Burgenkundler Bodo Ebhardt mit der Planung und Leitung. Das Hotel sollte großzügig sein, aber kein Konkurrenzbau zur Burg werden, stilistisch angepasst, jedoch nicht kitschig, und schließlich funktionell, modern und gleichzeitig stimmungsvoll. Zunächst senkte man den felsigen Baugrund um teilweise zehn Meter und erhielt eine zwar ebenso unregelmäßige, aber viel größere Grundfläche. Darauf wuchs die Fassade aus dem hiesigen rotbraunen Griefenstein, der auch zum Wartburgbau verwendet worden war, aufgelockert durch typisch thüringische Fachwerkkonstruktionen – eine anmutige Gruppierung um den wettergeschützten Innenhof.Ebhardt war es gelungen, alle praktischen Gegebenheiten und Anforderungen in baukünstlerisches Ebenmaß umzusetzen. Die Reihe derer, die sich der burglichen Herberge und des Gasthofes in solch phantasievoller Weise annahmen endet indes mit Ebhardt nicht. 1994 und nochmals im Jahr 2001 unterzog sich das Hotel auf der Wartburg einer grundlegenden Sanierung der Hotelzimmer, der Restaurants, des Hotelinnenhofes. 2004 kam der Neubau des Vitalbereiches „Jungbrunnen“ hinzu und veranlasste die DEHOGA, es im gleichen mit fünf Sternen auszuzeichnen. Die jüngsten Neuerungen steuern auf die Jubiläumsfeierlichkeiten „100 Jahre Hotel auf der Wartburg“ hin. Am denkmalgeschützten Gebäude wurden das 2.000 qm Dach- und 3.000 qm Fassadenfläche saniert. Im Hotelbereich ergänzen seit kurzem  zwei neue Zimmer im Dachgeschoss die Gesamtkapazität auf insgesamt 37 Hotelzimmer. Ein neues Farb- und Lichtkonzept in den Hotelzimmern vervollständigt die Neuerungen und Verschönerungen und lässt es zu dem einmaligen Hotel werden, das die Gäste und Besucher schätzen.